Bitter und gesund? Warum Bitterstoffe gut sind

Medizin die helfen soll, muss bitter schmecken – heißt es im Volksmund. Diese Aussage deutet schon darauf hin, dass bittere Dinge als Medizin noch akzeptiert werden, aber sicher weniger als Lebensmittel. Doch gerade Bitterstoffe können eine ganz herausragende Wirkung auf unser Wohlbefinden haben.

Bitterstoffe regen die Verdauung an

Bitterstoffe fördern den gesamten Verdauungsprozess und beeinflussen auf diese Weise in höchstem Maße auch alle anderen Körperfunktionen. Denn nur mit einer gesunden Verdauung können Nähr- und Vitalstoffe perfekt aufgenommen und jede einzelne Zelle optimal versorgt werden.

Kaum Bitterstoffe in der modernen Ernährung

Bitterstoffe nehmen in der traditionellen Medizin zahlreicher Kulturkreise rund um den Globus einen außerordentlich wichtigen Stellenwert ein. Die Erfahrung mit Bitterstoffen über viele Jahrhunderte, ja oft viele Jahrtausende hinweg lehrte, dass diese Substanzen direkt und ohne Umwege zu Gesundheit, Vitalität und nicht zuletzt Langlebigkeit führen.
Vermutlich trägt sogar die mittlerweile fast vollständige Abwesenheit von Bitterstoffen in unserer heutigen Ernährung maßgeblich zu vielen inzwischen weit verbreiteten Gesundheitsbeschwerden bei.
Die Lebensmittelindustrie prägte des Menschen Geschmackssinn auf süß und salzig.
Die ursprüngliche Ernährung des Menschen umfasste eine Vielzahl bitterstoffhaltiger Wurzelgemüse, Blattgemüse und Wildpflanzen. Da sich der Geschmackssinn des modernen Menschen jedoch im Laufe der Zeit von den „Lockstoffen“ der Lebensmittelindustrie beeinflussen und prägen ließ, mögen wir heute oft nur noch süße, salzige, saure sowie scharfe Speisen und dank des üppigen Einsatzes von Geschmacksverstärkern in Fertiggerichten auch ganz besonders Nahrungsmittel mit der Geschmacksnote umami (umami ist das japanische Wort für „herzhaft-pikant“ und beschreibt nichts anderes als den Geschmack von Glutamat).

Bloß nicht bitter!

Alles, was bitter schmeckt, führt beim Verbraucher hingegen oft zu negativen Bewertungen und stößt damit auf Ablehnung. Und so bemühte man sich erfolgreich, die Bitterstoffe aus des Menschen Ernährung zu entfernen. Einerseits, indem man sie künftig mied und andererseits, indem man einst bitterstoffhaltige Gemüsesorten einfach möglichst bitterstoffarm oder sogar bitterstofffrei züchtete.
Das ist der Grund, warum beispielsweise Endiviensalat, Radicchio oder Chicoree, die früher deutlich bitterer schmeckten, heute kaum noch Bitterstoffe enthalten. Leider entgehen uns auf diese Weise höchst wichtige Schutz- und Heilstoffe.

Gesundheit beginnt mit einer guten Verdauung

Erst wenn die Verdauung optimal funktioniert, kann auch der gesamte Organismus des Menschen funktionieren.
Nähr- und Vitalstoffe, von denen primär unser Leben abhängt, können nur dann aufgenommen und sinnvoll verwertet werden, wenn wir über ein gesundes Verdauungssystem verfügen. Giftstoffe und Stoffwechselendprodukte hingegen können nur dann schnell und vollständig ausgeschieden werden, wenn unser Verdauungssystem in einwandfreiem Zustand ist. Das aber wird so lange nicht der Fall sein, so lange wir Bitterstoffe derart weiträumig und konsequent meiden, wie wir das gegenwärtig tun.

Mangelhafte Verdauung: Grundursache vieler Krankheiten

Ein nur mittelmäßig arbeitender Verdauungsapparat führt häufig zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen. Die Schwierigkeiten beginnen oft eher harmlos mit einer Magenverstimmung, mit Sodbrennen oder Blähungen. Langfristig gesehen kann es zu chronischen Magen- bzw. Verdauungsproblemen, zu Leber- und Gallenbeschwerden und zu Schwierigkeiten mit der Bauchspeicheldrüse kommen. Diese Beschwerden stehen in direktem Zusammenhang mit einem schlecht funktionierenden Verdauungssystem.
Aufgrund der erwähnten durch das ungenügend arbeitende Verdauungssystem mangelhaften Nährstoffversorgung und der unvollständigen oder langsamen Ausleitung von Giftstoffen, können viele andere Krankheiten auftreten (wie z. B. Allergien, Autoimmunerkrankungen oder als sog. Alterserscheinungen deklarierte Probleme und vieles andere mehr), die von Therapeuten mit einer verbesserungswürdigen Verdauungsarbeit in Verbindung gebracht werden.

Bitterstoffe regeln die Verdauung

Bitterstoffe regeln die Verdauung auf vielerlei Weise. Sie entfalten ihre Wirkung unmittelbar in dem Moment, wenn sie mit unserer Zunge in Kontakt kommen. Ihr bitterer Geschmack stimuliert nicht nur den Magen, sondern auch die Leber, die Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse, welche daraufhin mit der Sekretion lebensnotwendiger Verdauungssäfte und Verdauungsenzyme beginnen.
Gallenflüssigkeit, Magensäfte und Insulin werden produziert – Substanzen, die für die Aufnahme und Verwertung von Nährstoffen im Körper essentiell sind. Darüber hinaus wird die Entgiftungsfunktion der Leber gefördert, was zu einer schnelleren Entsorgung bedenklicher Substanzen führt.

Bitterstoffe können Säureblocker ersetzen

Bitterstoffe können darüber hinaus auch in die Kritik geratene Antazida (Säureblocker) ersetzen oder andere rezeptfreie chemische Hilfsmittel, die nichts anderes tun, als auftretende Symptome zu kaschieren. Bitterstoffe hingegen packen das Übel an der Wurzel.
Da sie den Körper zur verstärkten Produktion eigener Verdauungssäfte anregen, verhelfen sie zu einer gesunden und vollständigen Verdauung.

Selbstverständlich können auch Bitterstoffe keine Wunder vollbringen, wenn z. Bsp. hauptsächlich industriell verarbeitete Nahrungsmittel verzehrt werden, so dass die Einnahme von Bitterstoffen besonders in Kombination mit einer gesunden, basischen Ernährung ihre optimale Wirkung entfaltet.

Bitterstoffe gegen Heißhungerattacken auf Süßes

Bitterstoffe sind weiterhin in der Lage dem Organismus aus einer bestehenden Zucker“sucht“ zu verhelfen. Isst man bei Lust auf Süßes Bitterstoffe statt Zuckerkram, so verliert sich der Zuckerhunger.
Da Bitterstoffe bzw. bittere Lebensmittel für gewöhnlich nicht annähernd so viele Kalorien wie Süßigkeiten enthalten, können Bitterstoffe folglich auch bei der Reduzierung von überflüssigen Pfunden äußerst hilfreich sein.

Bitterstoffe sind bitter

Machen wir uns nichts vor, anfangs kostet es eine gewisse Überwindung, den Appetit auf Süßes mit Bitterstoffen zu stillen. Die Vorstellung fällt schwer, sich mit dem Geschmack der Bitterstoffe auf  Dauer wirklich anzufreunden. Wenn man sich jedoch bewusst macht, dass unser Geschmackssinn nicht mehr in seinem Urzustand ist, sondern durch das große Angebot von Zucker, Salz und Geschmacksverstärkern einer Art Gehirnwäsche unterzogen wurde, sollte uns das zumindest einen Bitterstoff-Versuch wert sein.

In diesen Fällen hilft es, langsam zu beginnen. Tasten Sie sich mit kleinen Dosen Bitterstoffen an das neue Geschmackserlebnis heran. Genauso, wie wir uns an süß, sauer, salzig, scharf und umami gewöhnen konnten, so können wir uns auch wieder an bitter gewöhnen. Viele Menschen lernen neu, den bitteren Geschmack zu lieben – spätestens dann, wenn sie das Wohlgefühl verspüren, das ihnen diese wunderbaren Natursubstanzen schenken.

Bitterstoffe – wo sind sie enthalten?

Wie also können wir Bitterstoffe wieder in unsere Ernährung integrieren? Bitterstoffe sind bevorzugt in Wildpflanzen und Kräutern enthalten, aber auch in der Schale mancher Früchte und Gemüse.
Pflanzen, die eine besonders hohe Dosis an Bitterstoffen enthalten, sind Artischockenblätter, Echte Engelwurz, Löwenzahn und Löwenzahnwurzel, Enzianwurzel, Schafgarbe und Wermut, Wegwarte, Rucola, Rosenkohl, Brokkoli, Mariendistel,

Bitter und gesund

Ein qualitativ hochwertiger Kräuterbitter oder spezielle Natursäfte beinhalten in der Regel eine Kombination verschiedener Sorten von bitterstoffhaltigen Kräutern und Pflanzen.
Zwar kann man Bitterstoffe auch in Kapselform zu sich nehmen, um somit dem unangenehmen Geschmack aus dem Wege zu gehen, doch ist die Wirkung traditioneller Kräutersäfte sehr viel effektiver, weil diese ja bereits auf der Zunge und der Mundschleimhaut zu wirken beginnen und dort die Geschmacksknospen reizen– weg von süß, salzig und ungesund hin zu bitter und gesund. Eine Alternative ist hier das sorgfältige und langsame Zerkauen der Kapseln vor einer Mahlzeit in Verbindung mit ausreichendem Trinken.

Bitter und gesund? Warum Bitterstoffe gut sind