Erdbeeren: viele Vitamine, wenig Kalorien

Erdbeeren gehören zu den gesündesten Lebensmitteln.

Im Mai/Juni beginnt bei uns die Erdbeerzeit und die heimischen Früchtchen halten Einzug in die Obstabteilungen der Supermärkte. Viel aromatischer als die das ganze Jahr erhältlichen Erdbeeren, die aus südlichen Ländern zu uns importiert werden, sind die bei uns wachsenden ein köstlicher Genuss. Doch Erdbeeren sind nicht nur lecker, sondern auch sehr gesund: So enthalten sie beispielsweise viel mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und versorgen uns reichlich mit Mineralien wie Kalzium und Magnesium. Der hohe Gehalt an Salicylsäure wirkt sich zudem lindernd auf Rheuma- und Gichtbeschwerden aus.

Seit jeher hoch geschätzt: Die Erdbeere

Bereits im 11. Jahrhundert wies die Heilige Hildegard von Bingen auf den gesundheitlichen Wert der Erdbeere (Fragaria) hin. Der bekannte schwedische Botaniker Carl Linné (1707 bis 1778), der ein noch heute gültiges Ordnungssystem für Pflanzen schuf, glaubte, mit riesigen Mengen frischer Erdbeeren seine Gicht kuriert zu haben.

Auch Pfarrer Kneipp schwärmte von der Heilkraft der Erdbeeren und empfahl sie besonders Rekonvaleszenten, die sich schwach und entkräftet fühlen. Er setzte auch auf Erdbeerblätter als Heilmittel: „Die Mutter nimmt Erdbeerblätter, so viel sie heute mit drei bis vier Fingern fassen kann. Sie schüttet einen viertel Liter siedendes Wasser daran und deckt sie gut zu. Nach 15 Minuten gießt sie den Tee ab und hat einen reinen Erdbeerblättertee. Dann mischt sie daran heiße Milch, etwas Honig und das Tränklein ist fertig. Dieser Tee ist von vorzüglicher Wirkung in Bezug auf unsere Gesundheit.“

Starke Früchtchen!

Die europäische Walderdbeere (Fragaria vesca) dient dem Menschen seit der Steinzeit als Nahrungsquelle. Es ist erwiesen, dass ihre Früchte harntreibend wirken und die Reinigung von Niere und Leber unterstützen. Tee aus den gerbstoffreichen Blättern der Erdbeere soll gegen Durchfall helfen.

Sie weisen einen niedrigen Brennwert auf, so enthalten 100g Erdbeeren etwa 30 Kilokalorien. Dafür verfügen die roten Früchte über einen hohen Gehalt an Vitamin C, Folsäure und Mangan. Forscher vermuten, dass die sekundären Pflanzenstoffe vorbeugend gegen Krebs und antibakteriell wirken.

Die Erdbeere ist keine richtige Beere

Die Erdbeere gehört zur Familie der Rosengewächse. Doch der Name der Pflanze führt leicht in die Irre: Aus botanischer Sicht handelt es sich bei den Früchten um keine richtige Beere, sondern eine Scheinfrucht. Während echte Früchte aus verdickten Fruchtblättern bestehen, weisen Erdbeeren einen verdickten und fleischigen Boden der Blüte auf. Die kleinen gelben Nüsschen gelten als eigentliche Frucht der Erdbeere. Aus diesem Grund zählen Botaniker sie nicht zu den Beeren, sondern zu den Sammelnussfrüchten. Echte“ Beeren bestehen aus einer Ansammlung von Samen, eingebettet in weiches Fruchtfleisch, umgeben von einer Fruchthaut. Dazu gehören Stachelbeeren, Johannisbeeren, Heidelbeeren, Trauben, Tomaten, Gurken und Kürbisse. Himbeeren und Brombeeren binden uns hingegen auch einen Bären auf, denn sie sind ebenfalls Sammelnussfrüchte. Traditionell werden auch Holunder, Hagebutten und Sanddorn zum Beerenobst gezählt.

Zwar liegt der Gedanke nahe, die europäische Walderdbeere stelle die Wildform der beliebten Gartenerdbeere dar. Tatsächlich existiert diese seit Mitte des 18. Jahrhunderts. Europäische Gärtner züchteten sie aus der Scharlach- und der Chile-Erdbeere aus Amerika. Zuvor galt die Walderdbeere als bedeutendste Art. Man baute sie seit dem Mittelalter großflächig an. Der Siegeszug der Gartenerdbeere verdrängte die Walderdbeere größtenteils. Heute erlangt sie als Nutzpflanze große Bedeutung. Obstliebhaber schätzen sie wegen ihres saftigen und wohlschmeckenden Fruchtfleischs.

Viele Vitamine, wenige Kalorien!

Die Erdbeere genießt einen guten Ruf als Vitaminspender, Schlankmacher und vitalisierender Muntermacher. Die schmackhaften und aromatischen Früchte sind nicht nur eine gute Vitaminquelle, sondern überzeugen auch als Schlankmacher. Erdbeeren enthalten pro Gewichtseinheit mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Mit 150 bis 200 Gramm (nicht einmal eine kleine Schale voll) ist Ihr Tagesbedarf bereits gedeckt. Dabei enthalten reife Erdbeeren bis zu 20 Prozent mehr Vitamin C als nicht ganz reif geerntete.

Die saftigen Beeren liefern aber auch die B-Vitamine Folsäure und Biotin sowie Vitamin K. Neben Zink, Kupfer und Mangan enthalten sie wertvolle Polyphenole, die zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören. Sie helfen Ihnen beispielsweise dabei, sich vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu schützen und Krankheitskeime abzutöten.

Erdbeeren: Wahre Multitalente

Privathaushalte und Industrie verarbeiten Erdbeeren auf vielfältige Art und Weise. Erdbeermarmelade und Erdbeerkonfitüre zählen zu den häufigsten Verarbeitungsarten. Frisch geerntet eignet sich die Frucht als Rohkost, als Zutat im Obstsalat oder als Belag auf Kuchen oder Torten. Die Verwendung in Milchspeisen wie Joghurt, Milchshake und Speiseeis ist des Weiteren beliebt. Darüber hinaus raten sie zu heimischen Früchten, da importierte Erdbeeren aus Israel oder Ägypten oft hart sind und fad und wässrig schmecken.

Verbessern Erdbeeren das Gedächtnis?

Forscher des Salk Institute for Biological Studies in La Jolla in Kalifornien (USA) fanden heraus, dass Fisetin (ein Farbstoff, der in einigen Obst- und Gemüsesorten enthalten ist) das Langzeitgedächtnis verbessern kann. Die Wissenschaftler vermuten, dass Fisetin nicht nur Nervenzellen vorm Absterben schützt, sondern auch neue Verbindungen zwischen den einzelnen Zellen im Gehirn schaffen kann.

Erdbeerblättertee gegen Darmbeschwerden

Noch heute wird Erdbeerblättertee bei Magen- und Darmstörungen sowie bei leichten Durchfällen empfohlen. Hier ist ein modernes Rezept für Sie:

  • 20 g Erdbeerblätter
  • 10 g Himbeerblätter
  • 10 g Brombeerblätter
  • 10 g Pfefferminze

Von dieser Mischung (die Blätter können Sie in der Apotheke kaufen) setzen Sie zwei schwach gehäufte Esslöffel mit 500 ml kaltem Wasser an und bringen dies langsam zum Sieden. Fünf Minuten ziehen lassen und dann abseihen. Dieser Tee ist sehr wohlschmeckend.

Entschlacken Sie mit einem Erdbeertag

Erdbeeren haben noch einen weiteren Vorteil: Sie entschlacken. Durch die in ihnen enthaltene Aminosäure Asparagin wird in den Geweben eingelagertes Wasser vermehrt ausgeschieden. Nutzen Sie diesen Effekt und machen Sie öfter einmal einen Erdbeer-Entschlackungstag.

Sie benötigen für diesen Tag:

  • 1,5 kg Erdbeeren
  • 1 l Mineralwasser
  • ungesüßten Kräutertee.

An Ihrem Entschlackungstag essen Sie ausschließlich Erdbeeren, die Sie am besten auf sieben Portionen über den Tag verteilen. Zwischen Ihren Erdbeer-Mahlzeiten trinken Sie das Wasser und so viel Kräutertee, wie Sie mögen. Wenn Sie die Entschlackung noch weiter unterstützen wollen, ist hier zum Beispiel Brennnesseltee hilfreich. Mit diesem Erdbeertag entlasten Sie nicht nur die Verdauungsorgane, entschlacken und entgiften; Sie werden auch etwas an Gewicht verlieren.

Die ernährungsphysiologische Sicht

In Erdbeeren stecken mehr als 300 verschiedene Aromastoffe und sekundäre Pflanzenstoffe. Sie schützen Ihre Zellen vor Krebsauslösern und wirken Schlaganfällen und Infarkten entgegen.

Dazu gesellen sich Provitamin A, B1, B2, Niacin und Vitamin C. Kaum eine andere Obstart enthält so viel Folsäure wie die Erdbeere. Auch an diesem Vitamin fehlt es vielen Menschen.

Der Mineralstoffgehalt ist ebenfalls hoch, denn die Mineralstoffe stecken meist in den Samen und die isst man bei Erdbeeren ja im Gegensatz zu anderen Obstarten mit. Neben Natrium, Calcium und Fluor geben Kalium, Phosphor und Eisen der Beere die Vitalkraft. Darüber hinaus sind Magnesium und Mangan reichlich vertreten.

Erdbeeren enthalten viele Ballaststoffe und wirken damit Verstopfung entgegen. Zudem gelten sie als sanftes Entwässerungsmittel.

Also – nutzen Sie die diesjährige Erdbeersaison, unterstützen Ihren Körper und schützen Sie Ihre Gesundheit auf leckere Art und Weise.

Erdbeeren: viele Vitamine, wenig Kalorien